Der Weihnachtsmann & Open Innovation

Fünf gute Gründe, wieder an den Weihnachtsmann zu glauben
1. Integration von Kunden in den Ideenfindungsprozess
Jüngste wissenschaftliche Studien haben gezeigt: mehr als 80 Prozent aller neuen Produkte im Markt scheitern. Warum sollte das bei Geschenken eigentlich anders sein, wie die zahlreichen Umtauschversuche in Kaufhäusern und das umfangreiche Ebay-Angebot nach Weihnachten eindrucksvoll belegen? Wunschzettel sind deshalb als eine geniale Erfindung des Weihnachtsmannes einzustufen, um dem Beschenkten genau das schenken zu können, was jener auch wirklich gebrauchen kann. Die Geschenkakzeptanz wird dabei in gleichem Maße maximiert, wie die Umtauschquote zur Zufriedenheit aller Beteiligten minimiert wird. Und für all diejenigen, die ohnehin schon alles haben oder wunschlos glücklich sind, bietet Social Commerce die Möglichkeit, doch wieder etwas geschenkt zu bekommen.
2. Reduktion der Leistungstiefe durch Integration von Erfüllungsgehilfen
Wer macht heute schon noch alles selbst? Nicht nur die großen Unternehmensberatungen, sondern auch der Weihnachtsmann hat längst erkannt, dass er – Globalisierung sei dank - den gesamten Geschenkeprozess mittlerweile kostengünstig outsourcen kann. Umso mehr als dass seine identifizierten Lead User, vorzugsweise Eltern, bereitwillig und vor allem kostenlos diese Crowdsourcing-Aufgaben gerne übernehmen, um ihren Kindern ein schönes Fest zu bescheren. Aber selbst gewerbliche Anbieter haben erkannt, welche Marktchancen für professionelle Weihnachtsmänner beispielsweise in Kaufhäusern bestehen und nehmen seitdem am Franchising-Konzept des Weihnachtsmannes erfolgreich teil.
3. Massive Senkung der Distributionskosten durch Dezentralisierung
Betrachtet man die laufenden Kosten, die durch die ganzjährige Vorhaltung einer Logistik-Infrastruktur entstehen, die eigentlich nur an einem Tag im Jahr benötigt wird, so werden die riesigen Einsparpotenziale in diesem Bereich deutlich. Die strategische Entscheidung des Weihnachtsmanns, auf die zentrale Vorhaltung eines Schlittens und den Unterhalt von Rentieren zu verzichten, eröffnet dabei Potenziale für eine dezentrale Organisation der Vertriebswege. Geschenke werden deshalb mittlerweile meist nur noch just-in-time per Kurierdienst angeliefert, was dem Weihnachtsmann nicht nur hohe Lagerkosten am Nordpol, sondern auch den beschwerlichen Weg mit Wohlstandsbauch durch verrußte Kamine erspart.
4. Outsourcing aller Marketing-Aktivitäten
Die cleverste Entscheidung des Weihnachtsmanns war jedoch sicherlich, seine komplette Vermarktung extern organisieren zu lassen – und zwar von niemand geringerem als: Coca Cola. Wie sonst sollte die Welt auch erfahren, dass der Weihnachtsmann ein wohlbeleibter, weißhaariger Bartträger mit roter Zipfelmütze ist? Vor allem durch virale Marketing-Maßnahmen wie beispielsweise Vorlesen oder das gemeinsame Singen von Weihnachtssongs wurde jenes Branding dermaßen gut verbreitet, dass sich mittlerweile kein weihnachtlicher Merchandising-Artikel mehr dem geschaffenen Bild ernsthaft entziehen kann und jedes Kind auf der Welt eine ziemlich genaue Vorstellung von Aussehen und Charakter des Weihnachtsmanns haben dürfte.
5. Senkung von Transaktionskosten durch virtuelle Organisation
Dem Weihnachtsmann zu schreiben, war ja schon so gut wie immer möglich. Man bedenke dabei allerdings die gigantischen Kosten, um einen Brief an den Nordpol zu liefern und das gewünschte Geschenk zurück. Kein Wunder also, dass der Weihnachtsmann einer der ersten war, der sich weltweit im Zuge einer virtuellen Organisation vernetzt hat. Unter northpole.com kann sich heute jedes Kind detailliert über die Organisation des Weihnachtsmanns informieren und ihm eine E-Mail schreiben.
Der Weihnachtsmann hat also sein Geschäftsmodell sehr erfolgreich auf Open Innovation ausgerichtet und seine Wertschöpfung als Entrepreneur in Netzwerken perfektioniert. Er besitzt dadurch entscheidende Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Geschenkedienstleistern wie dem Osterhasen, die ihm auch zukünftig bedeutende Marktanteile als Quasi-Monopolist im Weihnachtsgeschäft und einen hohen Markenwert sichern werden. Das Christkind ist bereits aufgrund seines hierarchischen Geschäftsmodells bis auf einige streng katholische Gegenden fast völlig als Konkurrent aus dem Wettbewerb verdrängt worden. Die einzige Frage, die sich jetzt noch stellt, ist: was macht der Weihnachtsmann jetzt eigentlich an Weihnachten? – Richtig, Urlaub!
Dass man ihn meist nicht sieht, ist also noch längst kein Beweis gegen seine Existenz! Es ist deshalb eigentlich an der Zeit, wieder an den Weihnachtsmann zu glauben. Denn was wäre das schließlich für eine dunkle Welt, wenn es keine Wünsche, Träume und Hoffnungen mehr gäbe? Was wäre das für eine Welt, wenn es den Weihnachtsmann nicht gäbe? ; -)
In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern frohe Weihnachten & alles Gute für 2008!
























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