Archiv für Oktober, 2007

Spreadshirt Marktplatz - Resell Your Own Label

Mit einer sehr interessanten Erweiterung seines ursprünglichen Geschäftsmodells wartet seit Kurzem Spreadshirt auf. Nicht nur haben die Leipziger einen ansprechenden Relaunch ihrer Website vorgenommen, ihren Slogan in “Your Own Label” geändert, sowie erneut durch eine Neuauflage ihres sehr erfolgreichen Open Logo Projects per Kundeneinbindung par excellance ein neues Logo maßschneidern lassen - seit Kurzem steht auch der Spreadshirt Marktplatz zur Verfügung, auf dem jeder User anderen seine selbstkreierten Motive oder Produkte anbieten kann. Das aus den Spreadshops bekannte Provisionssystem greift hierbei auch auf dem Marktplatz und ermöglicht jedem Verkäufer, seine Marge individuell festzulegen. 

Wir hatten selbst vor einiger Zeit die Gelegenheit, mit den für den Marktplatz verantwortlichen Jungs der Business Unit Direct-To-Customer (D2C) in Leipzig bei Spreadshirt zu sprechen. Aus unserer Sicht ist gerade der Marktplatz vielleicht der in nächster Zeit interessanteste Geschäftsbereich für Spreadshirt, da das klassische Long-Tail-Geschäft, das Spreadshirt bereits über seine Spreadshops betreibt nochmals um einen entscheidenden Faktor ergänzt wird. So macht es erst der Marktplatz durch gesunkene Transaktionskosten aufseiten eines Designers möglich, ein bestimmtes Design online zu stellen, ohne hierfür erst selbst einen Shop einrichten zu müssen. Darüberhinaus ist der Designer in der Lage, durch den Marktplatz Netzwerkexternalitäten für seine Motive zu nutzen, da er seinen Shop nicht individuell bewerben muss, sondern vom Traffic auf der Spreadshirt-Website profitiert. Insofern werden überhaupt erst durch den Marktplatz für den einzelnen Designer signifikante Skalenerträge durch Verkauf seiner Produkte möglich. Er nutzt also dementsprechend die Schnittstellen und das Netzwerk von Spreadshirt, um Wertschöpfung in Netzwerken zu generieren und entspricht insofern haargenau unserem Modell eines Openeur.

Der entscheidende Aspekt für den Erfolg des Marktplatzes wird aus unserer Sicht deshalb die Herausforderung sein, die Rahmenbedingungen der Plattform so zu gestalten, dass dem einzelnen Designer genau dies ermöglicht wird und andererseits dafür zu sorgen, dass den potenziellen Käufern eine Bestellung der Produkte über den Marktplatz leicht möglich ist. Spreadshirt nimmt hierbei als Plattformbetreiber eine sehr interessante Brokerrolle ein und muss neben der prozessualen Abwicklung vor allem für das Funktionieren der Netzwerkeffekte Sorge tragen, wodurch sich letzten Endes im Marktplatz Skalenerträge und Long Tail verbinden.

Die entscheidende Innovation des Marktplatzes aus unserer Sicht ist jedoch vor allem, dass Spreadshirt es dadurch geschafft hat, das eigentliche, physische Produkt - das vielbeschworene Shirt - vom immateriellen Gut des Motivs zu trennen, dem Designer ein Recht auf die Produktion seines Motives einzuräumen und dieses Recht handelbar zu machen. Genau das wird eigentlich über den Marktplatz erreicht. Der Käufer ist erst durch den Marktplatz in der Lage, das Recht zu erwerben, ein von einem anderen User erstelltes Motiv in einer anderen Weise auf seinen eigenen Produkten einzusetzen, als dies ursprünglich vom Designer vorgesehen war - und das neue Produkt gegebenenfalls sogar weiterzuverkaufen - natürlich mit entsprechender Provision für sich selbst und den ursprünglichen Designer. Oder kurz gesagt: “Resell Your Own Label”! Wir sind der Meinung, dass dies in der Zukunft nicht nur für eine ungeheure Vielfalt an Motiven und Produkten auf der Plattform von Spreadshirt sorgen wird, sondern letztlich auch das weitere Wachstum von Spreadshirt als Creative Apparel Company zusätzlich zu unterstützen vermag.

Und um auch einen eigenen Beitrag zum Marktplatz zu leisten, haben wir selbst auch ein eigenes Motiv hinzugefügt, das wir im Sinne der Wertschöpfung in Netzwerken gerne jedem gegen eine geringe Provision zum Einsatz auf eigenen Produkten zur Verfügung stellen:

Entrepreneur Fish  


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    MCPC2007

    Diesen Freitag werden wir nach Boston/MA reisen, um die MCPC 2007 World Conference of Mass Customization and Personalization zu besuchen, die die weltweit führende Veranstaltung in diesem Bereich ist. Zwischen akademischer Forschung und Management Praxis, zielt die Konferenz darauf ab, eine interaktive Plattform um über Strategien zu lernen und über die neuesten Technologien und Enabler zu diskutieren zur Verfügung zu stellen. Wir werden am akademischen Teil der Konferenz am Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, von 7. bis 10. Oktober 2007 teilnehmen, die besonders einen interdisziplinären Fokus auf die neuen Fortschritte in diesem Feld legt. Der zweite Teil, an dem wir nicht mehr teilnehmen werden, wird an der HEC Business School in Montreal, Quebec, Kanada, in Form eines Business Seminars stattfinden.

    Die Konferenz wird gemeinsam vom MIT Media Lab, MIT Design Lab, der RWTH Aachen, der Hong Kong University of Science and Technology und der HEC Montréal Business School (École des Hautes Études Commerciales) organisiert und soll die verschiedenen Stimmen und Gedanken über das Thema auf einer interdisziplinären Perspektive zusammenbringen. Der interdisziplinäre Ansatz bezieht die Perspektiven von Management und Wirtschaftswissenschaft, Ingenieurwesen, Design und Informationstechnologie sowohl aus akademischer Sicht als auch aus Praktikerperspektive ein. Die MCPC wird die größte Veranstaltung im Bereich Mass Customization und Personalisierung werden mit mehr als 150 Keynotes, Präsentationen, Panels etc. über das Thema. Weitere Informationen stellt der Blog von Frank Piller, RWTH Aachen, zur Verfügung, der auch als Program Chair der Konferenz fungiert.

    Wir freuen uns darauf, viele interessante Menschen dort zu treffen und mit diesen viele anregende Gespräch führen zu können. Hoffentlich werden wir auch die Möglichkeit haben, mit einigen Leuten am MIT Media Lab zu sprechen. Wenn jemand unserer Leser ebenfalls an der Konferenz teilnimmt, würden wir uns natürlich über eine Nachricht und darüber, sie oder ihn dort zu treffen, sehr freuen, um uns fachlich und persönlich austauschen zu können.


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