Inkubierte Inkubatoren - Startups hausgemacht

Die Amerikaner haben es mal wieder vorgemacht - man nehme ein paar junge motivierte Studenten mit Geschäftsideen - Pfercht diese ein paar Tage an einem X-beliebigen Ort zusammen - Lädt die Presse für die notwendige Öffentlichkeit ein - und anschließend regnet es ein wenig Geld - das ist der Stoff aus denen neuerdings Startups und Milliardäre („meet the next billionaire“) gemacht werden sollen - erinnert schon geringfügig an “Deutschland sucht den Superstar” und Konsorten, aber was tud der naive Entrepreneur nicht alles für Geld, Kontakte und Presserummel.

yc400alexis.gif Um was geht es eigentlich - In den USA existiert ein sehr erfolgreiches Programm mit dem Namen ycombinator. Ein paar findige Unternehmer und Wissenschaftler haben sich zusammengetan und mit schönen medialen Tam-Tam ein StartUp-Bootcamp aufgezogen. Das Prozedere ist nicht viel anders als bei Businessplan-Wettbewerb - Gründer stellen sich vor, ein paar werden ausgewählt und erhalten ein ausgiebiges Coaching vor Ort und unter Umständen kleinliche Investments in Höhe von 5.000 Dollar pro Gründer.

seedcampWas in den USA funktioniert, könnte auch in Europa recht gut klappen - haben sich ein paar sehr potente VCs gedacht und das amerikanische Konzept etwas überarbeitet und auf Europa adaptiert. Das Ergebnis ist unter der Seite Seedcamp einzusehen. Auch hier können sich Startups für einen von 20 Plätzen im Bootcamp bewerben nur mit dem kleinen Unterschied, dass die VCs wirklich die Creme de la Creme der Branche sind (Wellington, Index, Atlas, uvm.), das ganze im schönen London stattfinden soll und es um verhältnismäßig viel Kohle geht - 50.000 Euro für die fünf besten Teams. Man darf gespannt abwarten was kommt. Eine paar recht informative Slides zu den Hintergründen der Initative und der VCs-Szene in Europa. Anmelden kann man sich hier.

In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass es auch eine ähnliche deutsche Initiative gibt. Speedseed - Leider ist hier nicht bekannt inwieweit sich die ambitionierten Pläne weiterentwickelt haben.

Zuletzt noch einen kleinen Blick in Richtung Alpen - in der Schweiz existiert im Moment ein regelrechtes Gründerfieber - ein Grund dafür ist, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der Schweiz nicht nur Musikantenstadl und die Tagesthemen präsentiert - sondern auch eine Dokumentation über schweizer Startups sendet. Das Programm ist ein enormer Erfolg und hat ein Bewusstsein für die schönen, aber auch anstrengenden Momente von Gründern geschaffen. Ganz nebenbei erfreuen sich die Beteiligten Startups über eine enorme nationale Bekanntheit (die Schweizer haben teilweise einen gewissen Hang zum patriotischen) und Investements von VCs. Vielleicht ist der eine oder andere Schweizer in der Leserschaft, der ein wenig Vor-Ort Informationen beitragen kann.

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