Verbindungen der Creative Class

Eine herausfordernde Frage, die immer noch offen im Hinblick auf den Ansatz von Open Entrepreneurship bleibt, ist eine Definition derjenigen Individuen, die die notwendigen Attribute besitzen, um Entrepreneurship in Netzwerken zu wagen. Eric von Hippel’s Konzept Democratizing Innovation (2005) macht dabei die Wichtigkeit von Lead Usern deutlich wie bereits erwähnt. Die hauptsächlich intrinsische Motivation von Lead Usern im Hinblick auf Kooperation führt dazu, dass Netzwerke von Lead Usern wohl nie ein Massenphänomen sein werden. Es ist wahrscheinlich, dass sich besonders die am meisten kreativen Nutzer an einer solchen Form der Zusammenarbeit beteiligen.

Die aufkommende Frage ist nun, inwieweit der erwähnte Lead-User-Ansatz äquivalent zu Richard Florida’s Konzept einer Creative Class (2002) sein könnte, die auf der Rolle der Kreativität im Hinblick auf die von Florida definierten Schlüsselfaktoren ökonomischer Entwicklung im Standortwettbewerb - Technologie, Talent und Toleranz - basiert. Ist es möglich, die Creative Class zu vernetzen, selbst wenn sie in verschiedenen Städten auf der gesamten Welt lebt? Es scheint wahrscheinlich, dass Menschen, die zu jener sozio-kreativen Gruppe gehören, sich bereitwillig Formen vernetzter Zusammenarbeit anschließen würden. Da aber die verschiedenen Konzepte auf verschiedene Attribute und mentale Modelle fokussieren, kann vollständige Kongruenz nicht bewiesen werden.

Ein genauerer Blick muss dennoch auf die Kreativität von Individuen innerhalb einer vernetzten Kooperation geworfen werden. Wenn jeder in der Position zu sein scheint, ein Entrepreneur in Netzwerkstrukturen zu werden, was ist dann eigentlich noch der Kern dessen, was einen Entrepreneur ausmacht? Nach Joseph A. Schumpeter charakterisiert das kreativ-destruktive Element einen Entrepreneur:

“They will create something new and destroy the old thing, conceive and carry out bold plans, which, whatever their nature, seem to ridicule any attempt of being grasped.”

Permanente Neuerfindung und kontinuierliche Erneuerung ist die Konsequenz daraus. Die Schaffung einer Organisation verkörpert deshalb bereits den Kern ihrer eigenen Zerstörung. Für die Wertschöpfung in Netzwerken scheint diese Einschätzung genauso richtig zu sein, wenn man berücksichtigt, dass das Netzwerk auch kontinuierlichem Wandel unterliegt. Die Stabilität des Netzwerks zeigt sich deshalb durch dessen Fähigkeit mit dem Wandel innerhalb des Netzwerkes oder seiner Teile umzugehen.

Verwandte Einträge

 
  • Open Innovation & Entrepreneurship
  • Ein Jahr Openeur - Open Innovation & Entrepreneurship
  • Open Innovation Campus by Philips - Shanghai / Eindhoven
  • Defining Open Innovation - Interaktive Wertschöpfung
  • Shapeshifters-Interview
  • Hinterlasse einen Kommentar

    Zum schreiben eines Kommentars musst Du angemeldet sein.