Crowdsourced Startup - das Ringside-Projekt
Vor einigen Wochen startete Steve Poland offiziell das ambitionierte Projekt Ringside Startup um ein Startup durch die Beteiligung der Crowd zu entwickeln, zu finanzieren und zu vermarkten. Vor einigen Tagen wurde der Versuch nun aufgegeben, weil Poland an seinen erwarteten Zielen im Funding gescheitert ist. Aus unserer Sicht ist die Idee allerdings noch immer interessant und die Frage bleibt bestehen, ob es möglich ist, in dieser Weise durch die Zusammenarbeit vernetzter Individuen ein Startup zu launchen.
Wir haben über Open Entrepreneurship auch immer in dieser Weise gedacht und falls solch ein Projekt Erfolg hätte, würde es unsere Idee der Wertschöpfung in Netzwerken sehr unterstützen. Momentan müssen wir uns im Rahmen unserer Forschung oft noch auf fokale Netzwerke konzentrieren, die der kreativen Crowd die Möglichkeit geben, als Mikro-Entrepreneure ohne jegliche Risiken zu handeln, weil das fokale Zentrum alle kritischen Geschäftsprozesse zu Verfügung stellt. Ein auf Crowdsourcing basierendes Startup würde jedoch das Spiel wesentlich ändern: die dezentralisierten Beitragenden würden den gesamten Prozess definieren, entwickeln und kontrollieren. Um das Scheitern von Ringside zu reflektieren, möchten wir im Folgenden die bedeutendsten Schritte des Projekts hervorheben.
22. März - Start des Projekts
“I’m raising $20,000 in reader/sponsor contributions to launch a web start-up. Contributor participation entitles you to vote on actual business decisions — the first of which will be which idea that I’ve exposed via Techquila Shots will be the web start-up I build from the ground up. I will blog about this entire journey as openly as I can — taking you through the entire start-up process (beginning with incorporation — whether to be LLC or S-Corp Inc; in Delaware or NY) and providing feedback from VCs to Entrepreneurs along the way. My hope is that we’ll all learn quite a lot about the start-up process from this experience.”
26. März - Einführung verschiedener Geschäftsideen
Poland schlug fünf Community-Konzepte vor und fragte die Crowd: “Which one of these ideas do you feel has the most potential for ‘success’?”
4. April - Das Ende der Reise
“I don’t believe at this moment that I can raise the contribution size I have been hoping to raise ($10k minimum; $20k goal). My belief was that I could get tons of entrepreneurs that are very interested in the entire start-up experience. […] Well, we’re still going to get to hear that valuable insight – only, I’m starting a venture now. I’ve aligned with a programmer that believes in one of my ideas just as much as I do. Thus, we’re moving forward on it.”
Aus unserer Sicht ist das Ringside Projekt wegen seines Kontexts und vordefinierter Bedingungen gescheitert. Poland wollte Menschen dazu ermutigen, Geld zu spenden anstatt Aktien auszugeben, die die Möglichkeit eröffnet hätten, zumindest einen kleinen Profit zu machen. Der Anreiz einer Spende an ein Startup nur um zu sehen, was mit ihm passiert, scheint nicht genug gewesen zu sein. Wenn Ringside ein Erfolg geworden wäre, dann wäre der einzige Gewinner Poland selbst gewesen, der alle Property Rights gehalten hätte. Bei Zusammenarbeit geht es jedoch um einen wirklichen Beitrag und Vorteile für alle beteiligten Personen in einem solchen Projekt - und die deswegen von diesem auch profitieren sollten. Wie die Crowd in offensichtlicher Weise Poland klargemacht hat, indem sie sich nicht beabsichtigt beteiligte, geht es bei Zusammenarbeit nicht darum, applaudierend an der Ringseite zu stehen und die Protagonisten im Ring zu beobachten. Und es geht definitiv nicht darum, dass eine einzelne Person nur die Crowd benutzt.