Das Unternehmerische von Open Entrepreneurs
Auf Basis des bestehenden Frameworks wollen wir nun unseren Ansatz von Open Entrepreneurship vorschlagen, der die illustrierten Konzepte von Open Innovation und einer Commons Based Peer Production verbindet. Open Entrepreneurship stellt die inter-personale Wertschöpfung in Netzwerken in den Mittelpunkt und schafft Chancen für unternehmerisches Handeln.
Dabei ist wesentlich einfacher geworden, unternehmerisch in Netzwerken tätig zu werden, indem die Barriere für Kooperation durch die Schnittstelle des Internets deutlich gesenkt wurde. Es ist nicht nur möglich geworden, selbstproduzierten Content zu verbreiten oder an onlinebasierter Kommunikation teilzuhaben, sondern auch kreativ und zusammenarbeitend in vielen anderen Bereichen aktiv zu sein. Unternehmen und Individuen handeln mit tangiblen und intangiblen Gütern und bieten sie weltweit anderen an. Selbst wenn Menschen selbst keine Güter offerieren oder Services für andere anbieten, sondern nur im Rahmen einer intermediären Rolle wie etwa in Affiliate-Netzwerken teilnehmen, können sie dennoch als eine besondere Art von “Mini-Entrepreneuren” aufgefasst werden, die aktiv zur Wertschöpfung in Netzwerken beitragen. Fast unbemerkt ist eine riesige Menge an kleinen und großen Innovationen auf diesem Weg geschaffen worden. Sicherlich ist das meiste im Internet in diesem Sinne verfügbare Wissen noch nicht marktfähig, aber wie verschiedenste Beispiele zeigen, kann die Qualität von User Generated Content nicht grundsätzlich als minderwertig zu professionellem Content eingeschätzt werden. Da die Qualität des Contents deutlich zunimmt, sind die Ergebnisse in vielen Fällen bereits gut genug, als dass Unternehmen und einzelne Individuen es akzeptieren würden, für das geschaffene Wissen oder die entstandenen Güter zu bezahlen. Durch die Kreativität von Individuen, die in Netzwerken handeln, sind Werte geschaffen worden. Möglichkeiten für Entrepreneurship könnte dabei insbesondere in so genannten strukturellen Löchern liegen, die Ronald Burt als eine nichtredundante Verbindung zwischen zwei Kontakten eines Netzwerks definiert. Das Argument Mark Granovetters der Stärke schwacher Verbindungen unterstützend, könnte die Stärke von strukturellen Löchern in solchen Möglichkeiten für Entrepreneurship liegen.
Der Besitz von Kapital ist deshalb nicht mehr länger eine notwendige Bedingung für Unternehmertum. Insbesondere das Internet stellt Menschen die Möglichkeit zur Verfügung, Unternehmer in Netzwerkstrukturen zu werden und einen weltweiten Markt für produziertes Wissen und handelbare Güter zu nutzen. Darüber hinaus können Netzwerke von Individuen durch kollaborative Arbeit über Arbeitsteilung sogar umfangreiche Projekte realisieren. Die zentrale Herausforderung für Open Entrepreneurship ist, noch nicht marktfähiges Wisssen in Netzwerken (Littmann/Jansen, 2000) auf eine höhere Stufe der Wertschöpfung zu transformieren, indem diese in Netzwerken genierierten Möglichkeiten für Innovationen auf Hierarchien oder Märkte geswitcht werden.
























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