Kundeneinbindung in die Kommunikationspolitk - Virales Marketing

Virales Marketing ist eine Form des Marketing, die auf die Verbreitung von Werbeinhalten innerhalb sozialer Netzwerke ausgerichtet ist und sich somit mit der Verbreitung von digitalen Communities und Web 2.0 aktuell großer Beliebtheit erfreut. Nach einer Studie der amerikanischen Werbe-Agentur Sharpe Partners leiten 89 Prozent der befragten Amerikaner Dateien und Inhalte an ihre Freunde weiter. Knapp 70 Prozent lassen mehr als 6 Personen mindesten einmal pro Woche an ihren Inhalten teilhaben.

„Das Viral Marketing hat zum Ziel, möglichst viele Konsumenten mit einer Botschaft zu „infizieren“, die den Konsumenten zu einen Botschafter macht und dazu animiert, aufgrund eigener Überzeugung Produkte und Dienstleistungen weiterzuempfehlen. Somit transportieren Viral-Marketing-Kampagnen gezielt Werbebotschaften über freiwillige Weitergabe. Die Kontaktqualität ist dabei überdurchschnittlich hoch, da sich der Konsument entweder selbst um den Inhalt bemüht oder ihm die Botschaft durch eine bekannte Person übermittelt wird.“ (FAZ, 29.01.2007)

Die Identifikation der geeigneten Opinion-Leader zur besonders effizienten Verbreitung wird durch entsprechende spezialisierte Dienste stark erleichtert. Ein Beispiel hierfür ist die Trend-Datenbank Trnd.com, welche Unternehmen die Möglichkeit gibt, diese Kunden mit besonders hoher „vorökonomischen Größe“ zu erreichen.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche virale Kampagne ist die Präsentation des „iPhone“ (Apple). Hier ist es gelungen, Monate vor der eigentlichen Vorstellung des Produktes das Interesse auf das iPhone zu lenken. Die Süddeutsche Zeitung kommentiert dieses Phänomen wie folgt:

„Die Zeitspanne zwischen der Ankündigung des iPhone und seiner Verfügbarkeit erzeugt eine Periode der Erwartung und Vorfreude, die bekanntlich die größte Sehnsucht auslöst.“ (SZ, 26.01.2007)

So wurden bspw. Kooperationen mit Mobiltelefonherstellern angekündigt und Gerüchte geschürt. Sicherlich förderlich in diesem Zusammenhang waren die Recherchen einiger Apple-enthusiastischen Blogger, welche aus intrinsischer Motivation nach Indizien und Hinweisen für die Entwicklung des iPhone suchten. Die eigentliche Präsentation setzte eine Welle der Berichterstattung in Gang, die in diesem Ausmaß seinesgleichen sucht. Auf diesem Weg wurde mit relativ geringen finanziellen Aufwendungen eine gigantische flächendeckende Medienpräsenz erzeugt. Zudem hat eine im Journal of Marketing veröffentlichte Studie zum Ergebnis, dass virales Marketing angestoßen durch kleine Zuwendungen wie bspw. Geschenke die Kundenbindung insbesondere bei Stammkunden erhöht und die Zahl der Empfehlungen signifikant ansteigen lässt.

Das Magazin „Advertising Age“ sieht unter dem Titel „Consumer in Control“ den entscheidenden Marketingtrend in 2007:
„ Marketers will abandon their historic “command and control” model of brand building in favor of a truly interactive dialogue with consumers. Recognizing that consumers now have the power to control how, when and where they interact with advertisers, brand marketers will radically reinvent their approaches, putting the consumer in the driver’s seat and unleashing a tsunami of interactive campaigns across all media forms.“

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