Was Commons wirklich gemeinsam haben

Ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Wertschöpfung in Netzwerken stammt von Yochai Benkler (2002), der das Konzept der Commons Based Peer Production als neue Form der Organisation neben Hierarchien, Märkten und interorganisationaler Kooperation einführt. Benkler betrachtet insbesondere im Hinblick auf Open-Source Software und user-generated Content die kollaborative Produktion von wissensbasierten Gütern durch virtuell verbundene Individuen. Vor kurzem hat Benkler diesen Ansatz durch eine weiter gehende Theorie der Märkte und Freiheit transformierenden, sozialen Produktion erweitert, “The Wealth of Networks" (2006).

Die organisationale Form der Commons Based Peer Production definiert Benkler als “radikal zentralisiert, kollaborativ und nichtproprietär; basierend auf geteilten Ressourcen und Outputs unter weit verteilten, lose gekoppeleten Individuen, die miteinander kooperieren ohne auf Marktsignale oder Anweisungen von Managern zu achten.��? Die Charakteristik der Commons basiert laut Benkler auf multilateralem Zugang, Verwendung und Kontrolle von Ressourcen. Die Motivation um zu Peer Production beizutragen, ist laut Benkler intrinsisch, entsprechend der Lead User Attribute in von Hippel’s Democratizing Innovation (2005). Da die Kollaboration wahrscheinlich die Charakteristika einer Gesellschaft verkörpert, in der sie geschaffen wurde, ist es mindestens fraglich, ob Menschen immer ihr Eigeninteresse zugunsten des Benefits der Gemeinschaft zurückstellen.

Die Frage kommt in der Tat auf, welche die Methoden, mit denen diese Kollaborationen in Netzwerkstrukturen arbeiten. Wie Charles Handy dies in den Kontext der Virtualisierung stellt: “Virtualität benötigt Vertrauen, um sie möglich zu machen: Technologie allein ist nicht genug.��? Nach Walter Powell arbeiten Netzwerke mit den Methoden der Konfliktlösung durch Reziprozität und Reputation. Robert Axelrod argumentiert dabei allerdings, dass das Fundament einer Kooperation nicht Vertrauen ist, sondern die Dauerhaftigkeit der Beziehung. Deshalb scheint insbesondere Reziprozität das zu sein, was Commons wirklich gemeinsam haben.

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