Open Innovation - ein Massenphänomen
„Die Zeit“ hat einen netten Artikel über Innocentive veröffentlicht. Der Beitrag ist aus zwei Gründen lesenswert: Einerseits werden verschiedene „Solver“ vorgestellt, die zum Teil bereits hauptberuflich besonders knifflige Probleme lösen, die z.B. Procter & Gambler ins Netz gestellt haben. Die hierzu ausgeschriebenen Preisgelder für akzeptierte Lösungsvorschläge können sich durchaus sehen lassen und zeigen, dass diese neue Form der Projektarbeit sehr profitabel sein kann.
Anderseits ist der Artikel ein eindrucksvolles Beispiel für die Attraktivität von Open Innovation. Wenn wir uns recht entsinnen, fing es mit dem Web 2.0-Hype ähnlich an. Ein paar Feuilletonisten griffen den Trend zum DIY-Web auf und illustrierten an Hand von Flickr, Youtube und Konsorten welche Folgen die Bewegung für zukünftige Nutzung des Webs haben könnte. Unserer Meinung nach wäre diese Evolution der Berichterstattung von Web 2.0 zu Open Innovation naheliegend, denn bei näherer Betrachtung liegen beide Phänomene von dem Verhalten der User nahe beieinander. Unterschiede liegen in erster Linie in der Themenwahl und der Qualität der User-Beiträge. Doch wenn das Jahr 2006 (siehe „Time-Person of the Year“) eines deutlich gezeigt hat, so ist es wohl die Emanzipation des Konsumenten zum Produzenten und dessen enormer Elan und Willen sich mitzuteilen und sich weiterzuentwickeln. Das Problem an Web 2.0 war und ist, das zunächst niemand genau wusste was man nun damit anfangen sollte (Tim o`Reilly sei dank), doch plötzlich meinte jeder Gelegenheitssurfer exakt zu wissen, was sich hinterm der zweiten Version des Web´s verbirgt. Und jetzt am Ende des Jahres haben wir vielleicht einen gewissen Minimalkonsens erreicht. Diesen Konsens steckt nach unserer Auffassung in dem Vortrag von Alexander Neuhausen (Sales Engineer Intershop Communications AG). Web 2.0 dürfte zudem neben Prekariat und Pollonium gute Chancen auf einen Platz als Unwort des Jahres haben.
Wir hoffen sehr, dass Open Innovation nicht ein ähnliches Schicksal blüht, obwohl die Chancen hierfür im Moment nicht schlecht stehen. Wahrscheinlich kann ein kleiner, aber essentieller Umstand den Ruhm/Niedergang von Open Innovation als Buzzword verhindern: der wissenschaftliche Touch der Begrifflichkeit. Praktischerweise hat Wired hier Abhilfe geschaffen und das Baby einfach ein wenig umbenannt. Crowdsourcing ist im Zweifel einfach massenkompatibler. So möge das Jahr 2007 kommen - und mit ihm der „rise of the amateur“. Wir dürfen gespannt sein.
Wir wünschen allen Lesen einen guten „Rutsch“ in das neue Jahr 2007 - dem Jahr des Crowdsourcing.

























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